Haushalt 2026 beschlossen
Verantwortung übernehmen, Handlungsfähigkeit sichern
Der Gemeinderat Bad Grund hat den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen – in einer Zeit, in der die kommunalen Finanzen bundesweit unter massivem Druck stehen. Auch unsere Gemeinde bildet hier keine Ausnahme: Trotz intensiver Arbeit der Verwaltung und zahlreicher Anpassungen bleibt für 2026 ein Fehlbetrag von rund 239.000 Euro. Und die mittelfristige Finanzplanung zeigt deutlich, dass die strukturellen Defizite weiter anwachsen.
Ein strukturelles Problem – nicht hausgemacht
Die Ursachen liegen vor allem in Bereichen, die wir als Kommune nicht beeinflussen können: steigende Sozialausgaben, höhere Kreisumlagen, wachsende KiTa‑Kosten und Tarifsteigerungen. Der Städte‑ und Gemeindebund bringt es auf den Punkt: „Wir haben ein fremdgesteuertes Ausgabenproblem.“ Trotz dieser Rahmenbedingungen bleibt es unser Anspruch, die Gemeinde handlungsfähig zu halten und notwendige Investitionen nicht zu blockieren.
Investitionen in Sicherheit, Infrastruktur und Ortsentwicklung
Auch 2026 wird investiert – bewusst und verantwortungsvoll. Dazu gehören:
- Pflichtaufgaben wie Feuerwehr, Schulen, Kitas und Infrastruktur
- Dorfentwicklungsprogramme in Windhausen, Gittelde und Badenhausen
- Städtebauförderung rund um das Rathaus Bad Grund
Diese Maßnahmen stärken unsere Ortskerne, sichern Lebensqualität und setzen wichtige Impulse für private Investitionen. Viele Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich bereits aktiv an der Dorfentwicklung – ein starkes Zeichen für Engagement und Zukunftsvertrauen.
Anerkennung für Ehrenamt und Feuerwehr
Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2026 auf dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit der Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche – insbesondere für die Feuerwehr – setzt die Gemeinde ein klares Signal: Engagement vor Ort verdient Respekt und Unterstützung.
Die Herausforderung ab 2027: steigende Folgekosten
Die SPD‑Fraktion verschweigt nicht, dass Investitionen auch Folgekosten erzeugen. Ab 2027 werden allein durch Abschreibungen und Zinsen über 500.000 Euro jährlich zusätzlich auf die Gemeinde zukommen. Diese Belastungen müssen wir gemeinsam im Blick behalten.
Kritik am späten Haushaltsbeschluss
Ein Punkt, den die SPD‑Fraktion deutlich anspricht: Der Haushalt sollte – wie ursprünglich angekündigt – im Dezember beschlossen werden. Jede Verzögerung führt dazu, dass Maßnahmen später starten oder komplizierte Übergangslösungen nötig werden. Angesichts der Vielzahl an Projekten und der ohnehin hohen Arbeitsbelastung der Verwaltung ist das nicht akzeptabel.
Zudem stellt sich die Frage, ob das aktuelle Pensum an Projekten in der bestehenden Verwaltungsstruktur überhaupt leistbar ist. Die SPD‑Fraktion wird dies kritisch begleiten.
Kein Haushaltssicherungskonzept – aber klare Verantwortung
Die Verwaltung schlägt vor, 2026 noch einmal auf ein Haushaltssicherungskonzept zu verzichten. Das ist rechtlich möglich und angesichts der externen Belastungen nachvollziehbar. Aber klar ist auch: Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen.
Die SPD lädt deshalb alle Fraktionen ein, gemeinsam zu beraten, wie wir mit der finanziellen Lage umgehen. Die Herausforderungen der kommenden Jahre kann niemand allein lösen.
Enger Austausch mit Kreis, Land und Bund
Die SPD‑Fraktion Bad Grund steht in kontinuierlichem Kontakt mit politischen Partnern auf allen Ebenen. Unser Ziel:
- auf die prekäre Lage der Kommunen aufmerksam machen
- für einen gerechten finanziellen Ausgleich kämpfen
- die Interessen der Gemeinde Bad Grund klar benennen
Denn viele Belastungen entstehen dort, wo wir als Kommune keinen Einfluss haben.
Unser Fazit: Zustimmung aus Verantwortung
Die SPD‑Fraktion stimmt dem Haushalt 2026 zu. Weil er notwendig ist. Weil er verantwortbar ist. Weil er die Grundlage dafür legt, dass unsere Gemeinde handlungsfähig bleibt.
Ein besonderer Dank gilt Kämmerer Volker Höfert und allen Beteiligten für die Erstellung des Haushaltsentwurfs – eine anspruchsvolle Aufgabe in herausfordernden Zeiten.
Oder, wie Volker Höfert treffend formuliert hat: „Die Kommunen sind das Fundament unserer Demokratie.“
Dieses Fundament zu sichern, ist unser gemeinsamer Auftrag.